Methodik / Didaktik und Philosophie
Ein Grundsatz meiner Trainingsphilosophie lautet so nah wie möglich und sicher wie nötig an der Realität zu trainieren. Hierzu gehört ein gezieltes Umsetzen wissenschaftlicher Auswertungen in den Trainingsbereich. Statische Situationen sind im Kampf unüblich, werden jedoch zum Teil im Bereich der Selbstverteidigung trainiert.
Hierzu gehört, ein Training zu technikorientiert zu gestalten. Je mehr Techniken jedoch zur Verfügung stehen, umso länger dauert der kognitive Entscheidungsfindungsprozeß, welche der Techniken im Ernstfall umzusetzen ist.
Als wichtigster Punkt ist für mich im Rahmen der Seminare zielgruppenorientiert zu trainieren und Wissen nur an jede zu vermitteln, bei denen ein Missbrauch weitestgehend ausgeschlossen ist.
Hierzu gehören Personen die mir bekannt sind, einen guten Leumund haben und mit denen im Vorfeld der Seminarteilnahme ein persönliches Gespräch stattgefunden hat sowie Zielgruppen, bei denen der Mißbrauch berufsbedingt ausgeschlossen ist.
Diese Verfahrensweise gewährleistet mir so einen optimalen Teilnehmerkreis, der lösungsorientiert sowie professionell miteinander trainiert.
Ein weiterer Grundsatz meiner Seminare ist, die Realitätsnähe im Rahmen diverser Videoauswertungen von Echtszenarien zu beleuchten. Maßstab einer realitätsbezogenen Selbstverteidigung sollte sein, auf natürliche Verhaltensweisen und Handlungen des Körpers aufzubauen. Hierzu gehört auch das trainieren nondominater Lagen, in denen Angriffe unfair und nicht „face to face“ stattfinden.
Der Rahmen der eigentlichen Vorkampfphase, spielt eine ebenso bedeutende Rolle. Ein Großteil körperlicher Auseinandersetzungen können im Vorfeld vermieden werden, wenn bestimmte Punkte beachtet und analysiert werden.
Hierzu gehört das erkennen nonverbaler, verbaler Verhaltensweisen des Gegenübers sowie der Bereich des Angst-Managements. Meine Schulungen gehen in den Bereich, Stress beim Gegenüber und sich selbst rechtzeitig zu erkennen um die Handlungskompetenz zu wahren und einen körperlichen Konflikt im Vorfeld zu vermeiden! Die Fremd- und Eigenwahrnehmung ist somit für eine gewaltfreie Kommunikation und Konfliktlösung genauso von Bedeutung, wie die Schulung, wie ich aus einer stressbeladenen Situation, die sich bei mir oder dem Gegenüber vegetativ, muskulär oder emotional einstellt, entkommen kann.
In der Praxis vermittle ich den Teilnehmern meiner Seminare in den Trainings den Aufbau von der gewaltfreien Kommunikation und dem Erkennen nonverbalen Pre-Angriffs-Symptome über die Anwendung von „milden Mitteln“, bis hin zu der am Notwehrrecht orientierten Anwendung von Selbstverteidigungstechniken.
Nach Vermittlung der Techniken, wird vermehrt in den Bereich der dynamischen Trainings bis hin zu Hochstresstrainings trainiert.
Gerade bei realen Angriffen und den hierdurch bedingten Hochstressphasen kommt es zu verschiedenen Wahrnehmungsausschlüssen (siehe Grossman, Artwohl/Christensen). Um den Anspruch einer realistischen Selbstverteidigung standzuhalten ist es darum aus meiner Sicht von Bedeutung, diese Ausschlüsse in das Training zu integrieren.
Durch behavioristisch orientierte Trainings besteht so die Möglichkeit, dass sich das Körpergedächnis im Rahmen einer realen Gefahr an die Trainings erinnert und so die Chancen eines Überlebens maximiert werden.
Gerade in meinen "Edged-Weapon-Seminare" hatte ich viele erfahrene Teilnehmer und Ausbilder verschiedenster Selbstverteidigungssysteme, die durch meine Art des Trainings eine andere, kritische Sichtweise, auf ihr System, die häufig dahinterstehende Choreographie, die Realität und die Limitation des eigenen Verhaltens, erhielten.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Seminare ist, auf Fehlkonditionierung im Rahmen der Selbstverteidigung hinzuweisen. Somit bieten sich meine Seminare auch für bereits langjährige Ausbilder div. Selbstverteidigungssysteme an und können so als "Upgrade" genutzt werden.
Schlussendlich werden neben Stressinoculationstrainings auch „Force- on Force“-Trainings durchgeführt, in denen der Teilnehmer mit einer Situation konfrontiert wird, ein körperlicher Konflikt durch eigenes Verhalten verhindert werden und ein Konflikt, der nicht gewaltfrei verhindert werden kann, gelöst werden soll.
Im Anschluss werden die Situationen durch die Teilnehmer und mich beleuchtet, analysiert und auf Handlungsalternativen geprüft.
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"Lieber ein Student der Realität, als ein Meister der Illusion."(Kapap)"
Wie viele halten sich aufgrund Trainer-, Meistergraduierung oder anderer Titel für gute Strassenkämpfer, versagen jedoch sobald sie in eine ungewohnte, trainingsfremde Situation oder
Auseinandersetzung mit aggressiven und schlichten Strassenkämpfer geraten.
Wer wer nur in Bereichen ohne äußere Einflüsse wie Angst, Stress, Wetter, Schmerzen, körperlicher Zustand....) trainiert, wird vielfach Probleme im Bereich der plötzlichen Umsetzung seiner
Trainingstechniken haben.
Testen Sie ihren Trainer/Ausbilder! Wie geht er mit ihnen um? Befinden Sie sich mit ihm auf gleicher Augenhöhe oder wird ein durch Graduierung oder Ettikette devotes Verhalten von Ihnen gefordert? Dann meiden Sie ihn, da ein gegenseitiger Austausch (und auch der Lehrer lernt von Ihnen!) nur auf gleicher Augenhöhe geschehen kann.
Holt er sie auf der Stufe ab, wo sie stehen oder überfordert er Sie? Wie authentisch ist der Trainer? Ist der Trainer Konflikt-, kritik- und kompromissfähig?
Stimmt das Selbstbild des Trainers mit dem Fremdbild seiner Teilnehmer überein?
All dies sollten sie bei der Auswahl Ihres Trainers/Trainerin sowie des Selbstverteidigungssystem beachten. Nutzen Sie die Möglichkeiten des Probetrainings und gehen Sie dort hin, wo Sie sich gut aufgehoben fühlen!
Ich wünsche Ihnen viel Spaß im Training, das Glück und die Vernunft, niemals von ihrem Wissen in der Selbstverteidigung Gebrauch machen zu müssen!